Icon Pferd das Hufe von sich streckt in die Höhe

Ein geschichtsträchtiger Ort

Der Alte Dorfkrug Staffelde

Wo heute Hochzeiten gefeiert und Gäste empfangen werden, hielten einst Postkutschen auf ihrem Weg von Berlin nach Hamburg. Pferde wurden gewechselt, Reisende stärkten sich im Dorfkrug – und Staffelde wurde zu einem wichtigen Halt auf einer der bedeutendsten Postrouten Preußens.

Der Alte Dorfkrug blickt heute auf mehr als 300 Jahre Geschichte zurück und ist ein Ort, an dem Vergangenheit und Gegenwart auf besondere Weise zusammenkommen.

Geschichte Illustration Feste feiern, Pferde, Hochzeiten, Anlage des Alten Dorfkrug Staffeldes

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Eine Reise zurück ins 14. Jahrhundert

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1450 bis 1700

Staffelde wurde erstmals im Jahr 1450 erwähnt. Der Ort war früh an das kurfürstlich-brandenburgische Postwesen angebunden, das ab 1550 durch feste Botenrouten organisiert wurde. Um 1670 ergänzten Fahrpostlinien die Reitpost und ermöglichten auch eine Beförderung von Personen, Paketen und Geld – das Postwesen wurde zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor. Allerdings gestaltete sich der Reise- und Geschäftsverkehr aufgrund des schlechten Zustands der Wege und der mangelnden Bewirtung sehr beschwerlich. Daher erließ Kurfürst Friedrich III. im Jahr 1697 den Beschluss, die „Alte Hamburger Poststraße“ auszubauen. Er ordnete zudem an, dass alle zwei bis drei Meilen (ca. 14-21 km) Krüge und Wirtshäuser bereitstehen sollen.

1700 bis 1825

Im Erlass Friedrichs III. finden sich die historischen Wurzeln des 1701 erbauten „Alten Dorfkrugs Staffelde“, einer Relaisstation (Pferdewechselstation) der Preußischen Post. Das Fachwerkhaus wurde aus von Hand behauenen Eichenbalken errichtet. Im Haupthaus konnten sich die Reisenden ausruhen sowie Speisen und Getränke einnehmen. Hier wurden anfangs auch die Pferde untergestellt, weil sie (auch) zur damaligen Zeit einen großen Wert darstellten und so vor unberechtigtem Zugriff geschützt waren. In späteren Zeiten baute man dann ein separat stehendes Stallgebäude sowie eine Scheune auf den Wirtschaftshof. Der Alte Dorfkrug wurde zudem zum Treffpunkt der Dorfbewohner, die hier Neuigkeiten austauschten und von den Reisenden etwas von der großen Welt erfuhren.

1825 bis 1945

Mit der Entwicklung der Eisenbahn im Jahr 1825 sowie deren Verbreitung in den folgenden Jahren entstanden auch in Deutschland die ersten Eisenbahnverbindungen. Diese neue Form der Personen- und Güterbeförderung verdrängte zunehmend das Postkutschenwesen – die Poststraßen verloren an Bedeutung. So wurde aus der Staffelder Relaisstation ein Dorfkrug, in dem man stets mit rustikalen Gerichten bewirtet wurde. 1868 wurde ein Saal an den Dorfkrug angebaut. Der wachsende Nahtourismus ins Berliner Umland führte dazu, dass die Bühne im Saal bis 1913 nochmals erweitert und der Schmuckgiebel angebaut wurde. So stellte der Dorfkrug nicht nur eine Gaststätte und Herberge dar, sondern diente den Staffeldern und ihren Gästen auch als zentraler Veranstaltungsort.

1945 bis 2004

Zu DDR-Zeiten wurde der Giebel des Alten Dorfkruges mit großem Aufwand restauriert. Dabei wurden die Fachwerk-Außenmauern des restlichen Gebäudes aber durch ein Schwerbeton-Mauerwerk ersetzt. Die lange Tradition, im Saal Feste zu feiern und Tanzveranstaltungen durchzuführen, wurde fortgesetzt. Das Haus hat viele private Feiern – Taufen, Konfirmationen und Jugendweihen, Hochzeiten, Jubiläen – gesehen. Auch das in Staffelde regelmäßig gefeierte Pfingstfest wurde traditionell mit einem Tanz im Alten Dorfkrug beendet. Der Alte Dorfkrug war stets ein Ort, an dem man sich traf und Neues erfuhr, wo man tanzte und sich amüsierte.

2004 bis heute

Ab 2004 stand der traditionsreiche Dorfkrug leer und war zusehends dem Verfall preisgegeben. Im Jahr 2008 erwarb ihn das Institut für Prävention und Verkehrssicherheit mit dem Vorhaben, das Gebäude und den Vierseitenhof zu sanieren. Dazu war ein umfangreicher Rück- und Umbau erforderlich. In vier Jahren konnte das Gesamtensemble mit viel Liebe zum Detail als bedeutsames Baudenkmal wiederhergestellt werden. So wurden das Haupthaus, der Saal und die Stallungen unter größtmöglicher Beibehaltung der vorhandenen Bauteile bzw. Wiederherstellung der historischen Gebäudeansichten saniert und umgebaut; die Scheune und das Torhaus wurden wiedererrichtet. Inzwischen haben sich drei wissenschaftliche Einrichtungen an diesem Standort angesiedelt.

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