Alter Dorfkrug Staffelde
1700 bis 1825

Im Erlass Friedrichs des Dritten finden sich die historischen Wurzeln des 1701 erbauten „Alten Dorfkrugs Staffelde“, einer Relaisstation (d. h. Pferdewechselstation) oder – wie man früher sagte – einer „Posthalterey“ der Preußischen Post. Das Haus wurde in der damals typischen Bauweise als Fachwerkhaus aus von Hand behauenen Eichenbalken erbaut und war mit hoher Wahrscheinlichkeit ursprünglich ein „Rauchhaus“, bei dem der Rauch aus der Schwarzküche durch das mit Stroh gedeckte Dach entwich. Die am Hausgiebel befindliche „Vorlaube“ ist eine architektonische Besonderheit mit unterschiedlichen Funktionen: Einerseits ermöglichte diese Giebellaube es, durch ein Dach geschützt Pferde zu beschlagen, Reparaturen an den Kutschen vorzunehmen oder das Haupthaus trockenen Fußes zu betreten. Andererseits verhinderte sie im Fall eines Dachbrandes, dass herunterfallendes Stroh den Weg ins Freie versperrte.

 

Im Haupthaus konnten sich die Reisenden ausruhen sowie Speisen und Getränke zu sich nehmen. Hier wurden anfangs auch die Pferde untergestellt und gefüttert, weil sie (auch) zur damaligen Zeit einen großen Wert darstellten und so vor unberechtigtem Zugriff geschützt waren. In späteren Zeiten baute man dann ein separat stehendes Stallgebäude sowie eine Scheune auf den Wirtschaftshof, da die Gasträume im Haus für die Bewirtung und Unterbringung der Gäste benötigt wurden.

 

Der Alte Dorfkrug war aber nicht nur ein Ort, wo sich die Reisenden ausruhten und die Pferde gefüttert oder getauscht wurden, sondern hier kamen auch die Männer des Ortes zusammen, um Neuigkeiten auszutauschen und von den Reisenden etwas von der großen Welt zu erfahren.