Alter Dorfkrug Staffelde
1450 bis 1700

Das märkische Dorf Staffelde ist mit derzeit ca. 450 Einwohnern das zweitkleinste Dorf im Stadtgebiet von Kremmen. Erstmalig fand Staffelde in einem „Schoßregister“ (Register zu Abgabenpflichten) des Jahres 1450 Erwähnung. Als Besitzer des Dorfes und Rittergutes wird dort die Familie von Bredow genannt.

 

Staffelde ist mit dem kurfürstlich-brandenburgischen Postbetrieb verbunden, der durch den Erlass der Botenordnung im Jahr 1550 seine erste feste Struktur erhielt. Die Verordnung regelte den Verlauf der Botenstrecken und verpflichtete die Boten zur Dokumentation der Botenwechsel und der Postübergabe. Dies erleichterte dem Kurfürsten den zuverlässigen Informationsaustausch mit Einrichtungen in entfernteren Gebieten. Obwohl die Boten offiziell nur die Post des Hofes und der Behörden weiterleiten sollten, übermittelten sie zunehmend auch die Privatpost der Bürger.

 

Nach dem Dreißigjährigen Krieg wurde eine Vielzahl neuer Postverbindungen eingerichtet. Das preußische Postwesen wehrte sich zunehmend gegen die Postverwaltung der kaiserlichen Reichspost. So wurde 1649 mit der Einrichtung der brandenburgisch-preußischen Landespost ein Verbot von Reichspostlinien auf kurfürstlichem Territorium erlassen.

 

Etwa 1670 wurden die bestehenden Reitpostlinien um Fahrpostlinien ergänzt, die auch eine Beförderung von Passagieren, Paketen und Geldsendungen ermöglichten. Von 1694 bis 1712 konnte das Postwesen so seinen Gewinn verdoppeln und damit erheblich zum preußischen Staatshaushalt beitragen.

 

Allerdings gestaltete sich der Reise- und Geschäftsverkehr durch die Mark aufgrund des schlechten Zustands der meist sandigen Wege und Brücken sowie der mangelhaften Bewirtung in den Krügen und Wirtshäusern sehr beschwerlich. Daher erließ Kurfürst Friedrich III – im Berliner Volksmund der „Schiefe Fritz“ und ab 1701 erster „König in Preußen“ – im Jahr 1697 den Beschluss, die „alte Hamburger Poststraße“, die durch den Krämer Wald führte, zu verbessern und auszubauen. Er ordnete an, dass alle zwei bis drei Meilen (etwa alle 14 bis 21 km) Krüge und Wirtshäuser mit

  • zwei sauberen und räumlichen Stuben, ohne des Wirtes seine, nämlich eine für vornehme, die andere für gemeine Leute,

  • einem Pferdestall für 12 bis 18 Pferde, reinem Stroh und Futter,

  • nach der Zeit gewöhnlichen Speisen und reinlich zugerichtet, einem guten Keller und Getränken

in Bereitschaft gehalten werden sollen“.